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Studieren mit Kind: Zum Scheitern verurteilt?

  • 6. Mai
  • 4 Min. Lesezeit


Oder warum ich „Frau Dr. Mama“ ins Leben gerufen habe

Studieren mit Kind? Familienplanung im Studium ist für die meisten unvorstellbar. Wie soll man denn bitte mit Kindern studieren können? Kinder brauchen rund um die Uhr Zeit und Pflege. Wie soll man da konzentriert lernen, wissenschaftliche Arbeiten schreiben und an Seminaren teilnehmen?

Mein Alltag als Studentin mit Kind

Als ich jung Mama wurde und mich für ein Studium entschied, stellte ich mir genau diese Fragen. Mein Leben war ganz anders als das meiner Mitstudierenden. Morgens vor dem Seminar musste ich erstmal zur Kita. Oder ich musste sogar mein Baby zur Vorlesung mitbringen, wenn es keine Kinderbetreuung gab. Um nachmittags zu lernen, musste ich zunächst warten, bis mein Kind Mittagsschlaf machte. An der Lerngruppe abends konnte ich nicht selbstverständlich teilnehmen. Ein Auslandssemester schien ein Traum in weiter Ferne. Manchmal war ich so erschöpft, dass ich schon in Tränen ausbrach, wenn ich einfach nur vor der Bibliothekstreppe stand – und wegen des Kinderwagens nicht reinkam.

Zwischen Verantwortung und Leistungsdruck

Spätestens als eine Studienberaterin mir erklärte, ich müsste die Kurse nach Modulplan durchziehen, wollte ich das Studium abbrechen. War es denn nicht möglich, die Leistungspunkte über mehrere Semester zu verteilen, sodass ich genug Zeit hätte für meine Pflichten in der Familie? Der Druck war zu groß. Das konnte ich nicht meinem Kind zumuten. So sehr ich meinen Abschluss schaffen wollte, noch mehr wollte ich für mein Kind da sein.

Die oftmals übersehenen Vorteile des Studiums mit Kind

Apropos „da sein“: Trotz aller widriger Umstände war ich doch sehr froh, als Studentin relativ flexibel in meiner Zeitgestaltung zu sein. Wenn ich mir anschaute, mit welchen Hürden andere berufstätige Mütter in „normalen“ Jobs zu kämpfen haben, konnte ich mich glücklich schätzen. Die freie Stundenplangestaltung und die eigenverantwortlich geplanten Lernzeiten an der Uni waren von großem Vorteil für die Vereinbarkeit.

Was sollte ich außerdem tun, wenn ich das Studium abbreche? Ich würde ohne Ausbildung dastehen. Keine Perspektive auf dem Arbeitsmarkt. Was für ein Vorbild wäre ich für meine Tochter? Und überhaupt machte mir das Studium einfach Spaß: das Lernen neuer Inhalte, Lesen, Schreiben und Recherchieren. Es musste einen Weg geben, wie beides möglich ist: Uni und Kind.

Mein Wendepunkt: Was mir wirklich geholfen hat, das Studium zu schaffen

Ich nahm zahlreiche Beratungen in Anspruch und besuchte Workshops. Ich suchte Informationen zusammen über finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten, Angebote des Studierendenwerks für studierende Eltern, suchte Anschluss in Austauschgruppen und bildete mich fort in Zeitmanagement und Arbeitstechniken. Das alles war sicherlich nicht umsonst, doch der größte Durchbruch zum Erfolg waren: Vorbilder.

Warum Vorbilder beim Studium mit Kind so wichtig sind

So simpel und doch so effektiv. Laut Deutschem Studierendenwerk haben etwa 8% der Studierenden in Deutschland Kinder. Bei den Promovierenden sind es sogar 15%. Gar nicht so wenige, und trotzdem fühlen sich die meisten Eltern am Campus allein und ungewöhnlich. Dabei kann es für viele Herausforderungen ein Gamechanger sein zu sehen, dass andere Leute in der gleichen Situation sind. Noch bevor man fragt: „Wie schaffst du das? Hast du Tipps für mich?“ geht es einfach darum, wahrzunehmen: Ich bin nicht allein. Schon das Wissen, dass andere Eltern erfolgreich ihr Studium gemeistert haben, gab mir ein gutes Gefühl. Ich lernte Eltern an der Uni kennen, die nicht nur ein Kind hatten, sondern zwei, drei oder mehr. Und andere, die mit Kind sogar promovierten oder ihre Karriere in der Wissenschaft verfolgten. Wenn die das schaffen, ist es möglich. Und es kann auch für mich möglich sein.

Vom Zweifel zum Doktortitel

Die Vorbilder auf meinem Weg haben mich nachhaltig inspiriert und geprägt. Und am Ende habe ich für mich privat und beruflich Ziele erreicht, von denen ich als Erstsemester nicht zu träumen gewagt hätte. Heute bin ich Mama von vier Kindern, habe mein Staatsexamen geschafft und im Anschluss promoviert. Diese Erfahrungen haben in mir den Wunsch gestärkt, Eltern im universitären Kontext zu verbinden und zu stärken. Während der Promotion habe ich angefangen, mich im Rahmen kleinerer Austauschgruppen und Workshops für dieses Thema einzusetzen. Aus diesem Engagement hat sich „Frau Dr. Mama“ entwickelt: Als Plattform für Austausch unter Gleichgesinnten und zur gezielten Unterstützung.

Wozu „Frau Dr. Mama“?

Den Kern meiner Arbeit bildet die 1:1 Begleitung von Eltern in Studium, Promotion oder Forschung. Da jede Situation anders ist, jede Familie und jede berufliche Laufbahn stimme ich das Coaching-Programm individuell nach deinen persönlichen Bedürfnissen ab. Hier erfährst du mehr über die Rahmenbedingungen des Coachings. Übrigens arbeite ich nicht nur mit Personen, die tatsächlich Kinder haben – durch zahlreiche Gespräche mit Betroffenen weiß ich, dass es viele Hochschulangehörige gibt, die sich nicht trauen, ihren Kinderwunsch in die Tat umzusetzen. Egal ob also mit Kindern oder ohne, es sind die gleichen Ängste, die hier zugrunde liegen: Angst vor struktureller Benachteiligung, Angst vor dem Karriereaus, Angst vor Überforderung usw. Was auch immer es bei dir ist, wir schauen es uns zusammen an. Strukturiert, lösungsorientiert und ohne Wertung. Denn das Letzte, das du als Person mit Care-Verpflichtung brauchst, sind vermutlich noch mehr Tipps von außen, wie man es „richtig“ und „falsch“ macht.

Studieren mit Kind: Du bist nicht allein

Wenn auch du an dem Punkt stehst, Familie und Uni unter einen Hut zu bekommen, bist du damit nicht allein. Schau vorbei in unserer Community auf Instagram! Hier gibt es regelmäßig authentische und praxisnahe Impulse, Austauschangebote unter Gleichgesinnten und Einblicke in meinen Alltag als Vierfach-Mama an der Hochschule.

 
 
 

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